REGENERATIVE ENERGIEN IM SAUERLAND

Was sind überhaupt Legionellen?

 

-1976 trafen sich in einem Großhotel in Philadelphia Mitglieder der US-American-Legion. Von den ca. 4.400 Mitgliedern erkrankten 149 Personen an schwerer Lungenentzündung die mit hohem Fieber einherging. Von den 149 Personen verstarben 34 im Verlauf der Krankheit. Es wurde einige Zeit benötigt um die Ursache zu finden. Es handelte sich um ein Bakterium welches, auf Grund seiner Entdeckungsgeschichte, den Namen Legionella pneumophila erhielt. Mittlerweile sind hiervon ca. 14 Untergruppen und weitere 40 Arten bekannt.

 

Legionellen werden weltweit im Süßwasser gefunden. Ihr Vorkommen ist ganz entscheidend von der Wassertemperatur abhängig. Im kalten Wasser ist ihre Konzentration sehr gering ( 1 KBE/ml KBE = Koloniebildende Einheit ), erst bei Temperaturen zwischen 30° und 50° vermehren sie sich etwa um den Faktor 10 pro Tag. Im Temperaturbereich ab 60° C beginnen sie abzusterben, oberhalb 70° C überleben sie nur wenige Sekunden. Hohe Konzentrationen werden überwiegend in sehr großen Warmwasserboilern erreicht, die nicht mit richtiger Temperatur beheizt werden, oder in stillgelegten bzw. wenig gebrauchten Wasserleitungen wie auch in älteren oder schlecht gewarteten Anlagen.

 

Die im Wasser vorhandenen Legionellen führen nicht zu einer direkten Gesundheitsgefährdung. Die Infektion mit Legionellen geschieht aus heutiger Sicht ausschließlich über die Atemwege, durch Einatmen von Aerosolen (Wasserdampf ), es gibt keine Person zu Person Übertragung. Es wird heute davon ausgegangen, daß es bundesweit ca. 6.000 bis 7.000 Infektionen pro Jahr gibt, 15 – 20% der Erkrankungen verlaufen tödlich. Als Risikopersonen müssen in erster Linie kranke und geschwächte Personen, aber auch starke Raucher angesehen werden. Es erkranken generell mehr Männer ab etwa dem 50./55. Lebensjahr.

 

Wie können Legionellen verhindert werden?

* durch Aufheizen des gesamten Wasserinhaltes einmal am Tag auf über 60° C ( vorgeschrieben lt. DVGW für Anlagen mit mehr als 400 ltr. Speichervolumen, für Kleinanlagen wird die Einstellung auf 60° C empfohlen, Betriebstemperaturen unter 60° C sind aufgrund des geringeren Risikos möglich )

* durch intervallartiges Aufheizen bis auf 80° C

* nicht benutzte Leitungsteile entleeren und abtrennen

* nach längerer Abwesenheit ( z. B. Urlaub ) den Speicher auf über 60° C erwärmen und anschließend die Warmwasserleitungen ein paar Minuten spülen

* durch kurze Verweildauer des Wassers im Speicher

* durch Anlagen welche das Wasser im Durchfluß erwärmen ( Durchlauferhitzer, Plattenwärmetauscher, siehe Frischwassersystem o.ä. )

* des weiteren kann eine Desinfektion mittels Chlor oder UV-Licht erfolgen

 

Grundsätzlich läßt sich sagen, daß es gerade auf die Größe des Warmwasserspeichers ankommt. Dieser sollte so gewählt werden, daß nach maximal 2 Tagen ein kompletter Austausch des Wassers stattfindet. Das heißt, ein pro Kopfverbrauch von ca. 40 ltr./Tag zugrundegelegt, sollte der Speicher bei einer 4-köpfigen Familie nicht größer als 300 ltr. sein, in den meisten Fällen reicht ein kleinerer völlig aus. In den Fällen wo es nicht möglich ist den Verbrauch so einzuschätzen, oder um z. B. von einer Solaranlage mehr Energie auszunutzen, sollte man auf den Trinkwasserspeicher ganz verzichten und statt dessen einen Durchflußerwärmer (siehe Frischwassersystem) wählen. Dieses ist auch hinsichtlich der Energieeinsparung sinnvoller, denn wer duscht, badet oder spült mit 60° C Wassertemperatur?

 

Eine vollständige Sicherheit kann Ihnen niemand geben, jedoch können Sie unter Umständen mit geringem Aufwand zu einer verhältnismäßigen sicheren und sauberen Trinkwasserbereitung kommen.